Workshop: Blind Date

In einem Blind Date mit Schülern und Akteuren des Karl-­Marx-­Platzes wird der Platz neu entdeckt.

 

Abschlussveranstaltung

3.6.2013 auf dem Karl-­Marx-­Platz

 

Die Guckkästen werden zwischen Bäumen auf der Nordseite des Karl-­Marx-­Platzes auf Augenhöhe nebeneinander installiert und so den anderen Workshopgruppen, den zuständigen Planern und Stadtbewohnern präsentiert. Insbesondere bei Familien und Kinder aus der Nachbarschaft finden die schwebenden Kästen und das ungewöhnliche Geschehen auf dem Platz großen Anklang.

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Guckkastenlandschaften

Zusammengesehen ergeben die sechs Kästen ein 360° Panorama des Karl-­Marx-­Platzes. In manchen Situationen ist der Platz kaum wiederzuerkennen und somit wird auch das Betrachten der Kästen zu einer Art „Blind Date“.

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Was ich mir wünsch!

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung geht das Wünschesammeln noch weiter: Alle Teilnehmer und Besucher bekommen die Gelegenheit, auf einer Tafel ihre Kommentare zu hinterlassen oder mittels Wunschzetteln, die an Luftballons befestigt werden, einen Gruß vom Karl-­Marx-­Platz in die Stadt zu schicken.

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Was ich mir wünsch!

 

 

 Wer entscheidet, wie der Platz verändert wird?

Kaan beteiligte sich an der öffentlichen Diskussionsrunde mit konkreten Fragen an Dirk Faulenbach, Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamtes Neukölln und Horst Evertz, BSG:

Wird es auf dem Karl-­Marx-­Platz einen Fußballplatz geben? Wann passiert dies?

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Workshop Nr. 3 + 4 + 5: Visionen in Guckkästen

6., 12. + 27.5.2013 in der Rixdorfer Grundschule

 

Im letzten Teil des Workshops nehmen die Visionen der Schüler in Guckkästen Gestalt an. Wir teilen den Platz in sechs Tortenstücke auf – für jedes Kind ein Stück Platz als Ausgangspunkt und Hintergrund für ihre/seine gebaute Idee.

Als Vorbereitung haben wir bereits Situationen und Aktivitäten auf dem Platz pantomimisch nachgestellt und fotografiert. Diese Bilder dienen nun neben Pappe und Papier als Material für die Guckkastenlandschaften.

Von aussen werden die Guckkästen von den Schüler mit persönlichen Geschichten beklebt und für die Installation auf dem Karl-­Marx-­Platz vorbereitet.

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Workshop Nr. 2: Karl-­Marx-­Platz

29.4.2013 auf dem Karl-­Marx-­Platz

 

Gemeinsam besichtigen wir den Karl-­Marx-­Platz. Als erstes vergegenwärtigten wir uns noch einmal die Ideen der Schüler für den Platz.

Dann fragten wir, wo auf dem Platz diese Aktivitäten stattfinden sollten und was dafür noch nötig sein könnte. Zum Beispiel stellten die Schüler fest, dass es zum liegen gut wäre, eine Mauer oder Hecke zu haben und der Fußballplatz einen Zaun und ein Netz oben drüber braucht. Interessenskonflikte wurden aber sofort deutlich bei dem Vorschlag, man könne den Fußballplatz ja auch für Partys nutzen. Großer Widerstand bei den Fußballbefürwortern: „Aber wenn jemand Fußballspielen will müssen die anderen Platz machen!“

Gleichzeitig sollte überall Wiese sein, und Blumen aller Art, der Fußballplatz aber einen orangenen Boden haben, der nicht kaputt geht. Die Tore müssen fix sein, damit sie nicht geklaut werden. Eine Großbildleinwand könnte auf der Karl-Marx-Straßen Seite installiert werden, um z.B. Championsleague-­Finale zu übertragen.

Das Trampolin könnte im Sommer mit Wasser gefüllt sein, sodass man beim Springen gleichzeitig erfrischt wird. Das Casino störte die Kinder. Der leerstehende Laden sollte zu einem Eiscafe umgenutzt werden. Es wird ein Trinkbrunnen gewünscht. Die umliegenden Straßen sollten in Spielstraßen verwandelt werden.

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Ausschließen würden die Kinder gerne: Betrunkene, Tags, Hundekacke.

Ein großes Schild mit den Regeln des Platzes wird vorgeschlagen. Das vorhandene Verbotsschild wurde jedoch von uns allen konsequent ignoriert, bzw. gar nicht erst wahrgenommen!

Im nächsten Schritt erläuterten wir den Kindern, was wir mit Ihnen vorhaben (6 Guckkästen bauen!) und erklärten ihnen den Trick mit den gestellten Fotos. So wurden sämtliche Aktivitäten mit großer Begeisterung ausgeübt: Hüpfen, Ballspielen, Band, Liegen, Sitzen, Picknick, Lesen, Grillen, Reiten, Klettern, Trinken, Eisessen, Rauchen, Tanzen …

 

Workshop Nr. 1: Platz für Deine Wünsche

Montag, 22.4.2013 in der Rixdorfer Grundschule

 

Es machen mit: 6 Kinder aus der 5b der Rixdorfer Grundschule: Ebru, Minka, Büsra, Kübra, Kaan und Can
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Gemeinsam versuchen wir herauszufinden, was ein Platz ist, wer ihn wofür benötigt und was dort passiert. Fast keiner scheint den Karl-­Marx-­Platz zu kennen, dafür einige andere Plätze in Berlin. Als Beispiele dienen der Herrmannplatz (kennen alle sehr gut) und der Alexanderplatz, der Potsdamer Platz und der Hohenstaufenplatz.

Die Kinder überlegen, was man auf welchem Platz am Besten machen kann und was die Plätze unterscheidet. Wir stellen uns Tätigkeiten vor, die man auf Plätzen ausüben kann oder gerne würde:

-­ Spiele ohne Spielgeräte:
Fangen, Wer am längsten leise bleibt, Verstecken, Menschenmemory, Skateboard fahren, Fußball.

-­ weitere Aktivitäten:
Spielplatz, Flohmarkt, Markt, Imbiss, Picknick

und was dafür alles benötigt wird:
Sonne, Kissen, Sitzplätze, Schutz vor Sonne / Regen / Wind, Decke, Gras, Platz, Ruhe, Marktstände, Erlaubnis

Nachdem wir Beispiele von unterschiedlichsten Plätzen in und ausserhalb Europas gezeigt hatten, fiel den Kindern plötzlich noch viel mehr ein:

erforschen, Musik machen, Schwimmen, Ball spielen, Pferde reiten, sich beruhigen, entspannen, sitzen, Tauben füttern, schöner wohnen, als an einer Straße, singen, spazieren gehen, essen (Bäckerei, Eisladen), Sport, Party, lesen, fotografieren, versammeln (Demo),Radfahren, Märkte, Briefe schreiben, Touristen, Treffen, Konzert, Namen (Platzname als Gedenken an jemanden), Sehenswürdigkeiten, klettern, shoppen, schlafen, Spielemobil.

Wir regten die Kinder dazu an, sich den Platz als Zimmer vorzustellen und die Stadt als Haus: den Karl-­Marx-­Platz als Raum zu betrachten, der leergeräumt und neu genutzt / möbliert / gestaltet werden kann.

 

Postkarten

Als erste Übung konnten sie auf vorbereiteten Postkarten ihre Wünsche aufschreiben und darstellen. Plötzlich sind alle wieder hellwach. Die Liste der Wünsche scheint unerschöpflich!

Die Bedürfnisse reichen vom Eisladen über Spielgeräte und -­plätze aller Art, Leseecken, Schlafplätze, Kuschelecke, Bowlingbahn, Grasflächen, Ruhezonen und Pferdereiten bis hin zu dem Wunsch nach Ehrlichkeit und Freundlichkeit.

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Innerhalb der kommenden Woche werden alle sechs als Forscher unterwegs sein und noch mehr Wünsche sammeln, indem sie weitere Kinder (Freunde, Klasse, Geschwister) und Erwachsene (Eltern) befragen und von diesen die Karten ausfüllen lassen.

Und dann geht es endlich auf den Karl-­Marx-­Platz!

 

Konzept: Blind Date

Der Karl-­Marx-­Platz in Neukölln ist geprägt von verschiedenen Systemen und Planungsideologien, überlagerte Schnipsel aus unterschiedlichen Zeitabschnitten. Er wird von unterschiedlichsten Stadtbewohnern benutzt und als städtischer Raum eingefordert. Ihre Bedürfnisse und Wünsche bilden die Grundlage für die zukünftige Gestaltung des Platzes.

In unserer Arbeit verstehen wir Raum und Stadtbau als Prozess. Gemeinsam mit anderen Workshopgruppen möchten wir im Rahmen der Schülerworkshops 2013 einen Prozess initiieren, der den verschiedenen Akteuren neue Perspektiven für urbane Diversität eröffnet.

Wir sehen die Stadtbewohner dabei als Spezialisten. Sie kennen die Platzsituation aus ihrer täglichen Interaktion so gut wie kein anderer. Dieses vielschichtige Wissen über den Karl-­Marx-­Platz wollen wir mit Schülern der Rixdorfer Grundschule anhand von einem Blind Date im öffentlichen Raum entschlüsseln. Dabei interessiert uns, neue Qualitäten in Neukölln zu entdecken, die dazu führen, dass neue Bilder von Stadt in den Vorstellungen ihrer Akteure entstehen. Das Event sehen wir als Moment, in dem sich verschiedene Wege und Geschichten im Stadtraum kreuzen und eine Begegnung mit dem Unbekannten, Unerwarteten stattfinden kann. In Gesprächen mit Platznutzern und Teilnehmern anderer Workshopgruppen schaffen wir Informationen über Geschichten, Ängste und Wünsche, Bedürfnisse oder auch Defizite rund um den Karl-­Marx-­Platz.

Wir möchten uns 1:1 mit dem Ort auseinandersetzen, entdecken und benutzen, was wir finden. Inspiriert von dem gesammelten Wissen über die Situation am Platz wollen wir mit den Schülern den Karl-­Marx-­Platz in etwas vollkommen Anderes verwandeln. In einer temporären Aktion/Installation auf dem Platz soll eine neue Atmosphäre installiert werden, die ein Gefühl für neue Freiräume und alternative Nutzungsmuster eröffnet.

Der Workshop wird von Anna Kalvelage & Mirjam Wolf (KAWOKA Architekten) geleitet und findet in Zusammenarbeit mit der Schülerinsel der Rixdorfer Grundschule in der Donaustraße in Neukölln statt. Es nehmen sechs Schüler der 5b teil. Betreut wird der Workshop von Emre Tezcan, Pädagoge und Mediator der Schülerinsel und Ann-Katrin Böse.

 

 

 

 

 

 

 

 

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